Die befragten User nehmen mehrheitlich Informationen und Ratschlägen gegenüber, die sie nicht sicher beurteilen können, eine eher distanzierte Haltung ein.
40 % der Befragten trauen sich zu, kompliziertere medizinische Sachverhalte zu verstehen. (Abb. 32: Beurteilung von Fachtermini)
Unsicherheit aufgrund eines durch Fachtermini "unverständlichen" Informationsangebots wird über den Rat eines "vertrauenswürdigen Dritten" kompensiert. (Abb. 32: Beurteilung von Fachtermini)
Doch auch ein scheinbar glaubwürdiges Webangebot wird überprüft. (Abb. 19: Notwendigkeit der Überprüfung einer scheinbar glaubwürdigen Webseite)
Gesundheitsangebote im WWW werden hauptsächlich zur "Informationsbeschaffung" im Allgemeinen und "Medikamenteninformation" im Besonderen genutzt.
(Abb. 15: Nutzungsgrund des WWW als Quelle medizinischer Information
/ Abb. 43: Nutzung des WWW als Quelle medizinischer Information)
Dabei achtet rund die Hälfte der gesundheitsinteressierten Surfer "immer" darauf, wer die Information zur Verfügung stellt. 50 % der Befragten haben angegeben, dies nur dann zu tun, wenn die Information für sie persönlich thematische "Relevanz" besitzt.
Erst im Zusammenspiel von Informationsinhalt, -urheber und -präsentation ergibt sich für den medizinischen Laien die Glaubwürdigkeit einer Information. Einzeln betrachtet erhalten der Inhalt und vor allem die Quelle eine große Bedeutung, während der Präsentation nur eine untergeordnete Rolle zukommt. (Abb. 17: Wichtigkeit von Inhalt, Quelle und Präsentation im Vergleich)
Als "unerlässliche" Quellenangaben auf einer Webseite, an denen sich der User orientieren kann, dienen drei im real life überprüfbare Kriterien: 1. die Möglichkeit zum Feedback mit dem Informationsurheber, 2. sein Beruf und 3. seine Adresse. (Abb. 28: Alle "unerlässlichen" Angaben im Vergleich)
Interessanterweise sieht ein Drittel der befragten User keine Notwendigkeit für eine "eindeutige Offenlegung" der privaten, wissenschaftlichen, kommerziellen oder sonstigen Motivation einer Informationsquelle. (Abb. 29: Glaubwürdigkeit und Motivation der Quelle)
Dennoch geben 25 % an, trotz fehlenden Fachwissens eine medizinische Online-Information immer dann "inhaltlich" auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen, wenn "Unsicherheit" über die Identität der Informationsquelle bestehen bleibt. (Abb. 30: Zeitpunkt der inhaltlichen Prüfung)
Einen "glaubwürdigen Informationsinhalt" zeichnen mehrere notwendige Kriterien aus: Beweiskraft der Information (75,8 %), Diskussion der Vor- und Nachteile (72,7 %), klar verständlicher Inhalt (72,2 %), schlüssige Argumentation (65,7 %), Trennung von Bewertung und Faktenwiedergabe (60,6 %) sowie kein Widerspruch (bzw. Bestätigung)durch andere Informationen (39,4 %). (Abb. 31: Notwendige Kriterien für einen glaubwürdigen Informationsinhalt)
Im WWW hat ein als unglaubwürdig wahrgenommenes Informationsangebot zur Folge, dass der Kontakt zu der entsprechenden Webseite abgebrochen wird. Ein Image-Transfer einzelner Seiten auf das gesamte WWW erfolgt nicht: Die befragten User differenzieren zwischen einzelnen Anbietern und treffen keine Globalaussagen wie "Das WWW ist unglaubwürdig".
Insgesamt lässt sich feststellen, dass die befragten gesundheitsinteressierten User die möglichen Risiken von Online-Informationen durchaus reflektieren:
Als Nachteile virtueller medizinischer Beratung und Information wurden die Qualität / Zuverlässigkeit der Information, die Problematik der Laienselbsttherapie, die Anonymität des Netzes und damit verbunden die Quellenunsicherheit sowie die Datensicherheit genannt.
Online-Informationen aus dem WWW zeichnen sich, nach Meinung der Befragten, vorteilhaft durch Aktualität, Schnelligkeit, komfortabler Zugänglichkeit und Vielfalt aus.